Die Navigationskarten von Lufthansa Systems beinhalten Informationen für Anflugszenarien, Navigationspunkte und Funkfeuer, für Mindestflughöhen und die umliegende Topografie von Flughäfen. Dabei wird zwischen Karten für den An- und Abflug, Airport-Karten und weltweiten Streckenkarten unterschieden. Doch wie lesen Piloten die Karten?
Anflug Flughafen Frankfurt (zum vergrößern anklicken)
Für die erste Orientierung auf den Navigationskarten unterscheidet das Lido/RouteManual zwischen den Markierungen in schwarz für das Anflugverfahren, in blau für das Funkfeuer, in grün für die Funkfrequenz und in rot für die Mindestüberflughöhe für das Gebiet direkt um den Flughafen. Der Zielflughafen ist auf den Navigationskarten zentriert im roten Kreis der Mindestsektorenhöhen zu finden. Dies ist im Falle von Frankfurt D115.9 FRD und mit der blauen Markierung des Platzfunkfeuers dargestellt.
Ein Beispiel aus der Praxis vom Flughafen Frankfurt
Fluglotsen weisen den Piloten die Landebahn zu, so dass wie üblich gegen die Windrichtung gelandet werden kann. In Frankfurter wird bei den Start- und Landebahnen zwischen den beiden Bahnen 25R beziehungsweise 07R und 25L beziehungsweise 07L unterschieden.
Bei einem Anflug des Flughafens aus nordöstlicher Richtung zur Landebahn 25L wird beispielsweise das Funkfeuer GEDERN (D 110.8 GED) angeflogen. Ab hier ist die explizite Freigabe des Anfluglotsen für den Anflug erforderlich. Daraufhin fliegt der Pilot auf der Luftstraße „GED 25 RNAV“ in Richtung Funkfeuer METRO weiter (110.0 MTR).
Vom Funkfeuer METRO geht es geradeaus bis zum Wegpunkt DF070. Dieser ist, wie alle relevanten navigatorischen Daten, in der Datenbank des Flight Management Systems (FMS) gespeichert. Mit einer Schleife in Richtung 159 Grad steuert der Pilot nun den Wegpunkt DF010 an. Von dort gibt es jeweils im Abstand von vier nautischen Meilen (eine nautische Meile/NM entspricht 1,852 km) die Möglichkeit, den Anflug zu verkürzen. Dann kann jeweils mit einer Rechtskurve der direkt gegenüberliegende Navigationspunkt angesteuert werden.
Die Freigabe für eine solche Verkürzung erteilt der Anfluglotse. Die Lotsen können so die Flugzeuge in einem optimalen Abstand hintereinander im Endanflug positionieren. Hat der Pilot den Wegpunkt LEDKI erreicht, beginnt der letzte Abschnitt des Anflugs. Bis zur Landung auf Landebahn 25L in Frankfurt verbleiben nun noch rund 11 NM.




